Cloud Factory: So werden Rechenzentren fit für die Cloud

Klaus Manhart, Computerwoche

17/03/2017

Der dänische Provider Cloud Factory bietet seit dem Jahr 2014 Cloud-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen an. Die ehemalige Tochter von SE, einem der größten Energie- und Telekommunikations-Anbieter Dänemarks, konzentriert sich auf Business-Lösungen, die sie über ein Netzwerk von Partnern und Resellern vertreibt. Um dem wachsenden Kundenaufkommen und den steigenden Kundenanforderungen zu genügen, hat Cloud Factory eine hyperkonvergente Infrastruktur in seinem Rechenzentrum implementiert. Das Beispiel zeigt, wie mit hyperkonvergenten Lösungen Performance und Kapazitäten dramatisch gesteigert werden können. Die Hardware-Systeme wurden von Lenovo geliefert.

IT-Anwender migrieren ihre Daten und Anwendungen zunehmend in die Cloud, meist um in Spitzenzeiten auf zusätzliche externe Rechen- und Speicher-Ressourcen zugreifen und Anwendungen oder Infrastrukturen nutzungsabhängig abrechnen zu können. Traditionelle IT-Services werden dabei in der Regel parallel dazu betrieben und es kommt zu hybriden Strukturen, wenn sich alte und neue Cloud-basierte Services vermischen.

Für Cloud-Provider wird der Umgang mit dieser Situation zu einem maßgeblichen Erfolgsfaktor. Sie müssen mit schwer zu integrierenden, starren und unflexiblen IT-Systemen, die nur mit Mühe zu verwalten sind, immer mehr Kundendaten managen und immer anspruchsvollere Kundenbedürfnisse bedienen. Dies behindert die schnelle und flexible Bereitstellung von IT-Ressourcen – im Cloud Computing ein zentraler Pfeiler des Geschäftsmodells: „Im IT-Cloud-Business müssen wir äußerst schnell auf neue Trends und Technologien reagieren“, stellt Jacob V. Schmidt, CEO von Cloud Factory fest.

Cloud-Provider benötigen deshalb eine skalierbare, flexible und leistungsstarke Infrastruktur, die auch einfach zu verwalten ist. Diese Anforderungen lassen sich mit hyperkonvergenten Infrastrukturen praktisch umsetzen. Sie vereinigen Server, Netzwerk sowie Speicher in einem einzigen System, während die Verwaltung software-gestützt erfolgt. Cloud Factory setzt auf eben solche hyperkonvergenten Infrastrukturen und vertraut dabei auf leistungsstarke Hardware von Lenovo. Der große Vorteil ist vor allem die zentrale Administration und Steuerung sämtlicher Systeme und Komponenten. Das Management der virtualisierten Umgebung lässt sich damit deutlich vereinfachen und IT-Prozesse kostensparend beschleunigen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Virtualisierungs-Technologien, ermöglicht Hyperkonvergenz überdies einen höheren Abstraktionsgrad bei Software und Hardware. Auf diese Weise können Cloud-Ressourcen stets dynamisch an die Anforderungen von Unternehmensanwendungen angepasst und bereitgestellt werden.

Hyperkonvergenz von Lenovo und Intel

Als einer der ersten Cloud-Provider in Europa hat Cloud Factory zusammen mit Lenovo, Intel und Microsoft eine hyperkonvergente Infrastruktur in seinem Rechenzentrum implementiert und damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Rechenzentrum der nächsten Generation unternommen. Die Umsetzung hat sich für Cloud Factory bereits beim Start ausgezahlt: Schon kurz nach der Eröffnung des neuen Rechenzentrums im dänischen Esbjerg verzeichnete Cloud Factory eine hohe Nachfrage. Zahlreiche Kunden transferierten ihre Daten in die Cloud des Unternehmens.

Bei der Hardware setzte Cloud Factory hierbei auf Lenovo-Systeme mit Intel Xeon® Prozessoren. Die Lösung von Cloud Factory besteht aus Lenovo System x3650 M5 Servern und Lenovo RackSwitch G8332 40 Gb Ethernet-Switches. „Beide Systeme sind für ihre hohe Verfügbarkeit bei höchsten Kapazitätsanforderungen und einem Betrieb rund um die Uhr bekannt“, stellt Guy England, Direktor der Lenovo Data Center Group, Großbritannien und Irland, stolz fest. An Software kommen Microsoft Windows Server 2016 Datacenter Edition und Microsoft Storage Spaces Direct zum Einsatz.

Auf dem Weg zum „Next Generation Data Center“

Mit diesen Systemen konnte Cloud Factory den Weg für eine einfachere, leistungsfähigere und effizientere Infrastruktur ebnen. „Durch die Auflösung von Hardware-Silos sind wir nun in der Lage, uns vollends und ausschließlich auf die Performance zu konzentrieren”, sagt Flemming Riis, Chief Technology Officer bei Cloud Factory.

So konnte die Geschwindigkeit durch den Einsatz einer neuen Acht-Knoten-Storage-Lösung von Lenovo von zuvor 25.000 IOPS auf 600.000 IOPS und damit um das 24-fache gesteigert werden. Für CEO Frank Schmidt ein großer Vorteil: „Wir können nun allen unseren Kunden eine sehr stabile Höchstgeschwindigkeit garantieren und sie können nun auch sehr große Datenbanken in die Cloud migrieren.“

Für Cloud Factory ist es sehr wichtig, dass die Kunden Anwendungen und Daten schnell in die Cloud migrieren können. Das ermöglicht die neue hyperkonvergente Lösung. Mit der Umsetzung einer hyperkonvergenten Infrastruktur hat Cloud Factory einen entscheidenden Schritt zum „Next Generation Data Center“ gemacht. Das Unternehmen sieht ein großes Geschäftspotential darin, seinen Kunden extreme Leistung und große Kapazitäten anbieten zu können.

„Wir können jetzt alles ‚cloudifizieren‘“, erklärt CEO Schmidt. „Weil wir einen riesigen Leistungssprung gemacht haben, können wir jetzt auch riesige Anwendungen in die Cloud verlegen.“

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