Die Zukunft von BYOD – das sind die Trends

Lawrence Jones

06/11/2017

Laut einer Untersuchung wird der weltweite BYOD-Markt (Bring Your Own Device) im Unternehmensbereich in den nächsten fünf Jahren jedes Jahr um 24 Prozent wachsen. Die Nutzung eigener Geräte durch die Mitarbeiter bietet eine günstige und effiziente Möglichkeit zur Erweiterung Ihrer IT-Infrastruktur, die jedoch mit Sicherheitsbedenken verbunden ist. Wir haben uns gemeinsam mit drei internationalen IT-Experten die BYOD-Trends angeschaut.

Der aktuelle Global BYOD and Enterprise Mobility Market 20172021-Bericht stellt fest, dass die BYOD-Nutzung in Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen massiv zunehmen wird. Wenn Unternehmen mit geringeren Budgets umgehen und ihre IT-Ressourcen verringern müssen, werden entsprechende Sicherheitsbedenken schnell übersehen. BYOD wird dank der möglichen Produktivitäts- und Effizienzsteigerung als positiver Schritt gesehen.

Der Bericht zeigt, dass die aktuelle Zunahme von BYOD-Szenarien auf zwei miteinander verbundenen Entwicklungen basiert: der allgemeinen Verbreitung von günstigen und leistungsfähigen Mobilgeräten und der Cloud. Immer mehr Unternehmen wechseln von einem traditionellen Ressourcenmodell zu einem Cloud-Modell mit Software-as-a-Service-Angeboten. Dieser Wandel sorgt dafür, dass auch BYOD inzwischen von vielen CIOs als zwingende (wenn auch manchmal etwas unfreiwillige) Entwicklung gesehen wird.

„Da immer mehr Anwendungen auf der Cloud aufsetzen, wächst die Möglichkeit, BYOD breitflächiger in die Arbeitswelt der Mitarbeiter zu integrieren“, so Owen King, Senior-Consultant bei UnWork. Die Unternehmen verfügen heute über die Systeme und Tools für einen passenden Umgang mit BYOD. Die entsprechenden Prozesse werden somit einfacher, aber nicht zwingend sicherer.

So arbeiten wir

Traditionelle IT-Systeme stellen bei verschwimmenden Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitsleben nicht mehr die perfekte Lösung dar. „Durch die verstärkten Investitionen in BYOD-Szenarien wollen die Unternehmen den Mitarbeitern mehr Flexibilität und Wahlmöglichkeiten bieten. Sie sollen mit den Geräten arbeiten können, die für sie optimal geeignet sind“, so King.

Bei der Arbeit mit Marken und Unternehmen wie Marks & Spencer und der BBC konnte King die Umsetzung von BYOD aus erster Hand beobachten. „Die Mitarbeiter setzen immer stärker auf eigene Geräte. Daher müssen die Unternehmen auf diese Anforderung reagieren“, fügt er hinzu.

Die Unternehmen sehen BYOD daher zunehmend positiver und setzen entsprechende Lösungen um. Als Vice President of Client Delivery bei DMI ist DJ Oreb an diesem Wandel innerhalb der Branche direkt beteiligt. „In 90 Prozent aller Fälle wird BYOD vor allem von den geschäftlichen Anforderungen vorangetrieben.“ Seiner Meinung nach liegen die Gründe auf der Hand. „Es sind erhebliche Kosteneinsparungen möglich.“

Andy Swann ist Workplace Change Manager und Gründer von Simple Better Human. Er geht davon aus, dass BYOD in zukünftigen Arbeitsumgebungen nicht mehr nur eine Option, sondern Pflicht sein wird. „Die Mitarbeiter werden selbst über die verwendeten Geräte entscheiden und diese bei der Arbeit und in ihrer Freizeit nutzen.“

Für Swann ist der Wechsel zu BYOD unausweichlich. Er meint: „Die zunehmende Nutzung von BYOD sollte als Chance auf eine bessere Arbeitsumgebung für alle gesehen werden“. BYOD sollte noch schneller als bisher umgesetzt werden – vor allem mit Blick auf die Digital-Natives der Generation Z, die jetzt Einzug in die Unternehmen halten.

Risiken und Chancen

Oreb sieht in BYOD auch Gefahren. Er stellt eine ganze Liste auf: „Die Akzeptanz der Benutzer, Kosten für die Unternehmen, rechtliche Einschränkungen und gerichtliche Urteile sind einige der größten Risiken.“

Bei der Bewertung der Vorteile von BYOD ist die Netzwerksicherheit für die meisten CIOs der wichtigste Punkt. Wenn man das Jahr 2016 bereits als eines mit riesigen Sicherheitsvorfällen sieht, dann fällt es vermutlich schwer, für das laufende Jahr einen noch größeren Superlativ zu finden. Die Flut an Schlagzeilen zu Hacks und Angriffen nimmt augenscheinlich kein Ende und die Verantwortlichen sehen häufig alles Andere als gut aus.

Für King gilt eine alte Weisheit: „Die Daten eines Unternehmens sind immer nur so sicher wie das unsicherste Gerät.“

Der aktuelle X-Force Threat Intelligence Index von IBM stützt diese Aussage. Er stellt fest, dass Angriffe von Insidern heute mehr Schaden verursachen als Angriffe von außen. Der Einsatz von externen Geräten in Ihrem Netzwerk ist natürlich mit einem entsprechenden Risiko durch diese Geräte verbunden. Dieses Risiko wird von IT-Experten unterbewertet. Das Sicherheitsunternehmen Netwrix stellt fest, dass bis zu einem Drittel aller Organisationen „Schwierigkeiten damit haben, eine Schatten-IT und BYOD zu überblicken und zu kontrollieren“.

Das Wachstum von BYOD könnte durch die ab Anfang 2018 geltende Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGV) abgeschwächt werden. Die neuen Vorschriften sorgen dafür, dass Unternehmen mehr Sicherheit und Kontrolle für ihre Daten realisieren müssen. Die Umsetzung der komplexen Anforderungen wird auf jeden Fall Zeit und Mühe kosten. Sie sorgt dafür, dass ein bereits jetzt unübersichtlicher Bereich noch schwieriger wird.

Eine ausgefeilte und flexible BYOD-Richtlinie ist hier von grundlegender Bedeutung. Wenn Sie über keine entsprechende Richtlinie verfügen, dann ist es jetzt Zeit, diese zu entwickeln. „Ohne entsprechende Maßnahmen werden Ihre Mitarbeiter private Geräte ohne passende Sicherheitslösungen und -richtlinien einsetzen“, warnt King.

Das Wachstum von BYOD sorgt für neue Risiken. Trotzdem stehen die CIOs heute und in Zukunft denselben Herausforderungen wie immer gegenüber: Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Systeme sicher und geschützt sind.

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