Die BYOD-Checkliste: So implementieren Sie eine „Bring Your Own Device“-Richtlinie

Joe Svetlik

08/08/2017

Sie ziehen die Implementierung einer BYOD-Richtlinie an Ihrem Arbeitsplatz in Erwägung? Hier erfahren Sie alles, was Sie diesbezüglich wissen müssen.

Vorteile der Nutzung eigener Geräte

Eine BYOD-Richtlinie bietet viele Vorteile. In der Regel ist es günstiger für Unternehmen, wenn keine Smartphones und/oder Notebooks für die Mitarbeiter angeschafft werden müssen. BOYD kann auch die Produktivität steigern, da die Mitarbeiter bereits mit ihren eigenen Geräten vertraut sind.

BYOD sorgt für mehr Flexibilität unter den Mitarbeitern, da diese nicht an Regeln gebunden sind, die üblicherweise mit der Nutzung von Unternehmenseigentum einhergehen. Zudem ist es nicht mehr nötig, dass die Mitarbeiter sowohl Arbeits- als auch Privatgeräte mit sich führen. Dies dürfte eine Erleichterung sein.

Kein Wunder also, dass Mitarbeiter auf BOYD stehen. Seitdem Cisco eine BYOD-Richtlinie in Kraft gesetzt und entsprechende Online-Hilfen bereitgestellt hat, ist die Mitarbeiterzufriedenheit um 28 Prozent gestiegen. Und bekanntlich ist ein zufriedener Mitarbeiter ein fleißiger Mitarbeiter.

Risiken meiden

Es gibt jedoch auch einige Nachteile. BYOD bringt einige Gefahren mit sich. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Unternehmen gut auf die Implementierung vorbereitet ist.

BOYD kann sich als kostspielige Angelegenheit für die Mitarbeiter erweisen, da diese selbst für kompatible Geräte aufkommen müssen. Zudem können starke Unterschiede zwischen den Geräten auftreten, da die Auswahl auf den Vorlieben der Mitarbeiter basiert und nicht unbedingt einer unternehmensweiten Richtlinie entspricht. Es besteht auch das Risiko, dass nicht alle Mitarbeiter über die neuesten Sicherheitsvorkehrungen auf ihren Geräten verfügen. Dies würde die Sicherheit des Unternehmens gefährden.

Die genannten Nachteile können mithilfe einer Choose Your Own Device (CYOD)-Richtlinie ausgeräumt werden, da diese die meisten Vorteile von BYOD mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen kombiniert.

Sollten Sie sich für BYOD entscheiden, gilt es sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen auf den Umgang mit potenziellen Nachteilen vorbereitet ist.

Checkliste der Nachteile

Eine Möglichkeit wäre die Erstellung einer Liste mit genehmigten Geräten, damit geregelt ist, welche Geräte von den Mitarbeitern im Unternehmensnetzwerk verwendet werden. Dies könnte jedoch jene Mitarbeiter verprellen, die nicht über ein geeignetes Gerät verfügen und auch nicht in der Lage sind, ein kompatibles Gerät zu erwerben. Daher dürfte es sich auszahlen, vorab festzustellen, welche Geräte von den Mitarbeitern verwendet werden, und sich nach der Bereitschaft zu erkundigen, das Gerät zur Erfüllung der BYOD-Richtlinie zu wechseln. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, neue Geräte zu erwerben, kann durch eine Subventionierung des Kaufs erhöht werden. Dies wäre eine Überlegung wert.

Auch eine Auswahlliste für genehmigte Apps kann nützlich sein. (Einige Unternehmen stellen sogar Bring Your Own Application (BYOA)-Richtlinien auf.) Die entsprechend genehmigten Anwendungen sollten vor dem Zugriff auf das Netzwerk auf sämtliche Sicherheitsvorkehrungen überprüft werden. Wenn Sie die Mitarbeiter vor Inkrafttreten der Richtlinie darüber informieren, vermeiden Sie zukünftige Probleme.

Sie sollten die Mitarbeiter darüber informieren, welche technische Unterstützung sie im Gegenzug vom Unternehmen erwarten können. Dies ist nicht nur eine vertrauensbildende Maßnahme in Bezug auf ein sicheres Arbeiten. Sie können damit auch verdeutlichen, dass die Richtlinie keine Einbahnstraße ist und somit das Aufkommen von Gerüchten vermeiden, dass es sich hierbei nur um Kosteneinsparungen handele.

Ziehen Sie weitere Sicherheitsmaßnahmen wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und das ferngesteuerte Löschen von Daten auf Geräten in Betracht, die verloren gehen oder gestohlen werden. Ein virtueller Desktop bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, sich mit dem Unternehmensnetzwerk zu verbinden, während die Anwendungen auf firmeneigenen Servern ausgeführt werden. Der große Vorteil virtueller Desktops besteht darin, dass die Daten nicht vom Unternehmensserver auf die Geräte übertragen werden müssen, womit sichergestellt ist, dass keine vertraulichen Informationen in falsche Hände geraten können.

Nicht zuletzt ist es wichtig, zu überprüfen, ob die Geräte mit der Datenverschlüsselung des Unternehmens kompatibel sind, damit Ihre Daten sicher bleiben.

Anforderungen an die Infrastruktur

Sie sollten die WLAN-Infrastruktur des Unternehmens genau unter die Lupe nehmen und auf Verbesserungsmöglichkeiten überprüfen. Da die WLAN-Nutzung weiter zunehmen wird, ist dies eine Investition in die Zukunft Ihres Standorts.

Sicherheitsverschlüsselung, umsetzbare Lösungen und flexible Verwendungsmöglichkeiten sämtlicher Gerätetypen (Smartphones, Tablets, Notebooks und Desktop-Computer) sind in jedem WLAN-Netzwerk eines Unternehmens unabdingbar. Mit einer Installation der Zugangspunkte im gesamten Gebäude erhalten Sie eine bessere Netzabdeckung.

Wenn hier kein einheitlicher Ansatz genutzt wird, greifen die Mitarbeiter auf jeweils verschiedene Mobilfunknetze zu, deren Abdeckung vollständig gewährleistet sein muss. Diese ist über den Einsatz kleiner Funkzellen zu bewerkstelligen. Sollte dies nicht möglich sein, können Sie den Mitarbeitern VoIP als bevorzugtes Kommunikationsmittel anbieten. Da für VoIP jedoch zusätzliche Bandbreite erforderlich ist, sollte das WLAN so stabil und schnell wie möglich ausgerichtet sein.

BYOD bietet Unternehmen viele Vorteile, bringt jedoch auch einige Nachteile mit sich. Indem Sie sicherstellen, dass Ihr Unternehmen gut auf diesen Schritt vorbereitet ist, können Sie die negativen Auswirkungen minimieren und zugleich mit zufriedenen Mitarbeitern und reger Geschäftstätigkeit rechnen.

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