Bereit für die dritte Plattform

Think-Progress-Team

12/05/2017

Bis 2020 werden fast alle strategischen IT-Ausgaben auf Lösungen für die dritte Plattform entfallen. Dieser Meinung ist IDC, das Forschungsunternehmen, das den Begriff der „dritten Plattform“ als Verschmelzung aus vier treibenden Technologiefaktoren ursprünglich geprägt hat.

Wer jetzt nicht den entscheidenden Schritt wagt, wird endgültig den Anschluss verlieren: Das ist die Botschaft vieler Experten auf dem Gebiet der dritten Plattform. Die dritte Plattform ist nicht länger die nächste große Innovation. Sie ist hier, sie wandelt die Unternehmenstechnologie, und sie entwickelt sich schnell. Wenn Ihr IT-Team also noch keine Mobilstrategie aufgestellt, Big-Data-Analysen integriert, sich mit Social Tech angefreundet oder Cloud-basierte Angebote eingeführt hat, ist es allerhöchste Zeit.

Diese Auffassung vertrat IDC-Chef-Analyst Frank Gens bei der Konferenz IDC Directions 2017 in Boston. Weiterhin sagte er, dass sich der Technologiebranche zwei drängende Fragen stellen:

– Wann wird die Wirtschaft des digitalen Wandels (DX) den nötigen Umfang erreichen?

– Was müssen Unternehmen tun, um in der DX-Wirtschaft bestehen zu können und ihren Einfluss geltend zu machen?

Die Antworten auf beide Fragen hängen davon ab, wie Unternehmen mit Lösungen für die dritte Plattform umgehen. Ohne diese Technologie werden Pläne zum digitalen Wandel effektiv ausgebremst.

Das neue Gesicht von DX

Technologie und Geschäftsprozesse sind beim digitalen Wandel zwei Seiten derselben Medaille. Auf der Technikseite werden die Eckpfeiler der dritten Plattform – mobile Technologie, Big Data, Social Tech und Cloud – durch Katalysatoren wie künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und das Internet of Things (IoT) vorangetrieben. Auf der Geschäftsseite müssen sich Unternehmen auf die Prozesse konzentrieren, die von der dritten Plattform angestoßen werden können: neue Services, neue Arbeitsweisen und neue Wege, Kunden zu erreichen und zu binden.

„Das Großartige am Markt von heute ist die positive Wechselwirkung, die entstanden ist“, meinte Gens in seiner Eröffnungsrede. „Die Technologien für die dritte Plattform rücken diesen ganzen digitalen Wandel auf geschäftlicher Ebene ins Bereich des Möglichen. Je mehr der digitale Wandel vollzogen wird, desto stärker wird er für genau diese Plattformtechnologien gefördert. Das riesige Schwungrad von Wachstum, Nachfrage und Innovation läuft gerade erst an.“

Die nahe Zukunft

Hinter dieser Denkweise stehen die Vorhersagen von IDC für die weltweite IT-Branche 2017. Bis 2019 werden Technologien für die dritte Plattform einer Vorhersage zufolge fast 75 Prozent der IT-Ausgaben ausmachen. Diese Statistik ist jedoch schon eine revidierte Zahl. 2016 sagte IDC voraus, dass diese Ausgaben über einen längeren Zeitraum einen niedrigeren Wert erreichen würden: 60 Prozent bis 2020.

Warum die Änderung? Die dritte Plattform ist nicht länger ein Sammelbegriff für aufkommende Technologie. Vielmehr ist sie heute der Standard für viele Unternehmen, die ihren Wettbewerbsvorteil sichern und erhalten möchten. Und was noch wichtiger ist: Sie wird immer schneller angenommen und wächst mehr als doppelt so schnell wie der IT-Sektor insgesamt. Der Grund sind Innovationen in allen Feldern der Technologie für die dritte Plattform.

Social Technology

Unternehmen haben sich in den letzten zehn Jahren mit sozialen Anwendungen der Technologie angefreundet. Von VoIP-Services bis zu Social Media gibt es eine ganze Reihe von Neuerungen, mit denen Unternehmen potenziellen Kunden auf neue Weise Zugang zu Informationen gewähren. In Verbindung mit Lösungen für Cloud- und Mobiltechnologie bedeutet das, dass Informationen in einem stabilen Rahmen bereit stehen und es dem Endbenutzer überlassen bleibt, mit welchem Gerät er darauf zugreift.

Der große Schritt nach vorn? Virtuelle Realität, mit der Social Tech noch immersiver wird. Wir behalten bis zu 80 Prozent der Informationen, wenn wir glauben, dass wir etwas am eigenen Leib erfahren haben. Somit ist allein das Marketingpotenzial enorm.

Mobilgeräte

Zugang zu Big Data von jedem vernetzten Gerät ist das Prinzip, dass hinter den Möglichkeiten der dritten Plattform steht: sofortige Statistiken der letzten Kampagne unterwegs abrufen, außerhalb des Büros arbeiten, sogar Tablet-basiertes Lernen im Klassenzimmer und anderswo. Und mit der Einführung von 5G-Konnektivität, der steigenden Verflechtung des IoT und der Always-On-Strategie wird alles noch offener.

Jetzt wäre es an der Zeit sicherzustellen, dass Ihre Mobile-Strategie den Ansprüchen genügt.

Big Data

Dass Daten aus allen Facetten eines Unternehmens an einem Ort gesammelt vorliegen, ist mittlerweile normal. Wie die Daten jedoch bei Entscheidungsprozessen genutzt werden, wandelt sich noch. Kognitive künstliche Intelligenz ist an einem Punkt angelangt, an dem Computersysteme durch die Verarbeitung großer Mengen von Daten zu korrekten Entscheidungen kommen können. Und je mehr Daten verarbeitet werden, desto besser werden die Entscheidungen. Der Nahe Osten ist eine Brutstätte des maschinellen Lernens, besonders im FinTech-Sektor.

Cloud-Services

Die Cloud-Angebote der dritten Plattform sorgen dafür, dass die IT-Lösungen eines Unternehmens auf jedem vernetzten Gerät zur Verfügung stehen und die strom- und wartungsintensive Datenspeicherung ausgelagert werden kann.

Die wichtigste Innovation ist hier, dass ein größeres Sortiment an Cloud-Speicherlösungen geeignete Lösungen für Unternehmen aller Größen bereitstellt. Betriebsbereite Konfigurationen, Server-Arrays auf Einstiegsniveau und Hybrid-Cloud helfen mehr Unternehmen, sich von teuren, veralteten Hardwaremodellen loszusagen.

Es ist entscheidend für Ihr Unternehmen, die Möglichkeiten der dritten Plattform in vollem Umfang zu nutzen. Dazu müssen Sie Ihre Personal- und Entwicklungsstrategie anpassen, um dafür zu sorgen, dass Ihr IT-Team die Nase vorn hat. Und Sie dürfen sich niemals zurücklehnen und meinen, dass Sie das Ihre getan haben. Technologien für die dritte Plattform entwickeln sich ständig weiter. Ihr Team muss Anwendungsfälle kontinuierlich beurteilen und zu Neuimplementierungen bereit sein, wenn eine besser geeignete Technologie auf den Markt kommt.

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