Lernen Sie Ihren neuen Kollegen, den Roboter, kennen

Joe Svetlik

19/05/2017

Haben Sie Angst, dass Ihnen ein Roboter den Arbeitsplatz wegnimmt? Das ist nicht nötig. In einem neuen Bericht wird behauptet, dass im Jahr 2055 nur fünf Prozent aller Arbeitsplätze von Maschinen besetzt sein werden. Roboter werden mit uns arbeiten anstatt gegen uns, und sie werden sich um so langweilige Aufgaben wie Büroarbeiten kümmern.

In jüngster Zeit wurde viel darüber gesprochen, dass Roboter unsere Jobs stehlen. Anfangs gab es Befürchtungen, dass durch die Weiterentwicklung der Robotertechnik noch mehr Arbeiter durch die Automation ihre Jobs verlieren würden. Und in jüngster Zeit wurde darüber gesprochen, dass auch die Jobs von Angestellten vom nicht mehr zu stoppenden Vormarsch der Maschinen bedroht seien. Ein neuer Bericht zweifelt das jedoch an.

Das McKinsey Global Institute stellte in seinem Bericht vom Januar 2017 fest, dass Maschinen tatsächlich einige Jobs und Aufgaben am Arbeitsplatz übernehmen werden. Roboter werden allerdings nicht die Herrschaft übernehmen. Stattdessen werden Roboter und Menschen Hand in Hand arbeiten.

Verwandlung der Arbeitswelt

Man kann nicht abstreiten, dass Innovationen wie maschinelles Lernen die Arbeitswelt verändern werden. McKinsey schätzt, dass Automatisierung die Produktivität zwischen 2015 und 2065 um 0,8 bis 1,4 Prozent steigern wird. Das ist mehr als die kumulierte Produktivitätssteigerung durch Dampfmaschinen, die Anfänge der Robotertechnik und IT.

Diese Produktivitätssteigerung wird meist nicht von Robotern erwirtschaftet werden, die die Arbeitsplätze von Menschen übernahmen, obwohl das in sehr wenigen Fällen der Fall sein wird. Die Steigerung wird vielmehr durch die Automatisierung einiger Arbeitselemente erzielt. Und welches sind die guten Nachrichten? Für die Automatisierung eignen sich am besten die langweiligen Arbeitselemente – denken Sie an Transkription, Ablage und Ähnliches.

Laut dem Bericht werden bis 2055 die Hälfte aller Arbeitsaufgaben von Maschinen erledigt werden. Die Roboter werden jedoch nur fünf Prozent der gesamten Stellenbeschreibung bearbeiten, d. h. der Stellen, die einen Angestellten unverzichtbar machen. Deshalb wird die steigende Zahl der Roboter wahrscheinlich nicht zu einer Massenarbeitslosigkeit führen.

Entstehung neuer Arten von Arbeit

Der Wandel wird sich ähnlich vollziehen wie im 20. Jahrhundert, als sich in den entwickelten Ländern die Arbeitsplätze aus der Landwirtschaft durch Technologie langfristig verlagerten. Mit anderen Worten, es werden in der Folge neue Arten von Arbeit entstehen. Menschen werden nach wie vor ein wesentlicher Teil des Arbeitskräftepotentials sein. Wenn die einfachen, aber profanen Aufgaben automatisiert werden können, werden menschliche Erfindungsgabe und Kreativität eine umso größere Rolle bei Geschäftsentscheidungen spielen. Wir müssen jedoch lernen, mit Robotern zusammenzuarbeiten.

Das ist wahrscheinlich nicht so schwierig, wie es klingt. Computer und Maschinen sind bereits ein nicht mehr wegzudenkender Teil unseres Lebens und bleiben dies auch weiterhin durch die Fortschritte beim maschinellen Lernen. Experten sagen voraus, dass beispielsweise fahrerlose Autos bis 2020 auf den Straßen zugelassen sein werden. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie ein notwendiger Prozess – das Pendeln zur Arbeit – automatisiert werden kann und dem Pendler die Freiheit gewährt, den Arbeitstag früh zu beginnen oder sich einer kreativen Beschäftigung zu widmen.

Die EU möchte Robotern sogar einen „Personen”-Status verleihen. Das würde Behörden mit technischen, ethischen und rechtlichen Kompetenzen ausstatten, um zu regulieren, wer für die sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen der Robotertechnik auf den Menschen verantwortlich wäre. Der Status wäre analog zu einer juristischen Person, sodass Firmen in Rechtsfällen sowohl als Kläger, als auch als Beklagte auftreten können. Damit sind wir wieder einen Schritt näher an der Anerkennung von Robotern als wertvolle Teile der Belegschaft.

Natürlich werden Roboter durch den wachsenden Fortschritt auch unser Leben stärker beeinflussen. Aber wenn das für uns zu Verbesserungen führt, müssen wir auch mit ihnen zusammenarbeiten. Anstatt den Vormarsch der Roboter zu fürchten, sollten wir sie als ein weiteres Hilfsmittel willkommen heißen, mit dem wir die Arbeitswelt kreativer und produktiver gestalten können. Unsere Existenz hängt davon ab.

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