Wie Microservices die Anwendungsentwicklung revolutionieren

Think-Progress-Team

18/02/2016

Die Zeiten der monolithischen Anwendungen sind längst vorbei. Immer mehr Softwarehersteller setzen stattdessen auf Microservices, die unabhängig voneinander entwickelt, geliefert und betrieben werden. Was hinter diesem Trend steckt und wie Sie davon profitieren können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die sogenannten Microservices zählen zu den wichtigsten IT-Trends für das laufende Jahr 2016. Davon ist Carlo Velten, CEO beim IT-Research- und Beratungsunternehmen Crisp Research aus Kassel, überzeugt. Dabei handelt es sich im Prinzip um ein innovatives Architekturmuster, bei dem Anwendungssoftware nicht mehr aus einem einzigen monolithischen System besteht, sondern aus kleinen, unabhängigen Prozessen, die untereinander über APIs (Application Programming Interface) kommunizieren. Wie Ramon Anger, Technischer Architekt bei Capgemini, in einem lesenswerten Blogpost erklärt, bestehen Microservices aus maximal “einigen hundert Zeilen Code” und können unabhängig voneinander entwickelt, geliefert und betrieben werden.

Da Microservices also klein und weitgehend entkoppelt sind, sind sie leichter zu pflegen als die riesigen Enterprise-Anwendungen aus der PC-Ära. Denn durch das Aufbrechen von Geschäftsanwendungen auf die Ebene einzelner Prozesse lassen sich einzelne Microservices einfach durch neue ersetzen, sowie Innovationen mit kurzem “Time to Market” realisieren, so Velten. Ein weiterer Vorteil: Microservices können unabhängig voneinander existieren und lassen sich deshalb gut horizontal skalieren. Das macht die Anwendungen ausfallsicherer und robuster. Dadurch können Microservices einen wesentlichen Beitrag liefern, die Komplexität von IT-Landschaften deutlich zu reduzieren.

Microservices in der Praxis

Erfolgsgeschichten von Amazon, Netflix, Paypal, Ebay und weiteren namhaften Internetfirmen haben das Thema Microservices auf die Agenda der CIOs und CTOs gebracht. Amazon beispielsweise hat bereits 2006 davon gesprochen, dass Teams jeweils für einen Service zuständig sind und diese Services unabhängig voneinander weiterentwickeln können. Ein weiteres Paradebeispiel ist Netflix. Für den Videostreamingservice ist die Microservice-Architektur inzwischen so wichtig geworden, dass die Firma eine umfangreiche technologische Infrastruktur für deren Implementierung erstellt hat. Ebay ist ebenfalls als ein monolithisches System (auf Basis von C++ und dann Java) entstanden, und besteht heute aus hunderten von Microservices, die in verschiedenen Programmiersprachen entwickelt werden.

Agilität im Vordergrund

Wie der Crisp-CEO in seinem Blog schreibt, werden Microservices-Architekturen zum ultimativen Blueprint zur Entwicklung digitaler Geschäftsprozesse und zukünftiger Systemlandschaften. “Durch das Zusammentreffen von Container-Technologien wie zum Beispiel Docker, APIs und skalierbaren Cloud-Infrastrukturen lassen sich erstmals Software- und Systemarchitekturen entwerfen, entwickeln und betreiben, die ein Höchstmaß an Agilität bei gleichzeitiger Robustheit versprechen”, so der Cloud-Experte. Um den Nachteil höherer Komplexität zu kompensieren, sollten CIOs beginnen, eigene Kompetenzen aufzubauen beziehungsweise sich frühzeitig die richtigen Dienstleistungspartner auszuwählen, um sich so im DevOps-Modell und der agilen Entwicklung auf Basis von Microservices zu üben, empfiehlt Velten.

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