Sprachgesteuerte Assistenten

Roger Laing

21/05/2019

Fühlen sich Ihre Mitarbeiter bei der Interaktion mit einem digitalen Assistenten wohler als im persönlichen Gespräch mit Kollegen? Da Cortana in Windows 10 integriert ist, verfügt inzwischen jeder über einen persönlichen digitalen Kollegen. Doch eignen sich Cortana, Alexa, Google Assistant usw. für mehr als nur die sprachgesteuerte Suche? Hier erfahren Sie, was Sie tun müssen, damit die digitalen Helfer effizient arbeiten, und wie Sie Ihr Smart Office auf eine gelungene Sprachunterstützung vorbereiten.

Der Einzug sprachgesteuerter Funktionen im Büro kommt heute einer ähnlichen Innovation gleich wie damals das Telefon. Das klingt zu weit hergeholt? Nun, immerhin wurde „Conversational Computing“, die sprachgesteuerte Datenverarbeitung, von der New York Times als eine der fünf Technologien benannt, die die Welt verändern werden.1

Bei uns zu Hause hat es sich bereits durchgesetzt. Der so einfache und bequeme Einsatz eines Assistenten, der für einen die Musik einschaltet, die Beleuchtung regelt, eine Pizza bestellt oder (klaglos) einen Streit löst, überzeugt.

Neuesten Studien zufolge nutzen fast die Hälfte (46 %) aller Erwachsenen in den USA sprachgesteuerte Apps wie Alexa und Google Home zusammen mit ihren Smartphones, Tablets und anderen Geräten.2 Über ein Drittel (35 %) wünschen sich auch am Arbeitsplatz den Einsatz von Smart Speaker-Technologie.2

 

Ein freundliches Gespräch mit HAL

Digitale Assistenten im Computer, wie eben Cortana als Teil von Windows 10, sind bereits in der Lage, gesprochene Befehle zu erkennen. Sie verstehen einzelne Wörter sehr gut und sind sogar zu einem primitiven Dialog in der Lage.

Daher dauert es wahrscheinlich nicht mehr lange, bis Technik die natürliche Sprache vollständig imitieren kann und eine aussagekräftige bidirektionale Unterhaltung möglich ist, wie mit dem Computer HAL im Film „2001: Odyssee im Weltraum“.

Was bereits möglich ist, zeigt das Start-up Replika (replika.ai), das einen intelligenten Chatbot, eine Art persönlichen Vertrauten, entwickelt hat. Der „KI-Begleiter“ nutzt künstliche Intelligenz, um sich Ihre persönlichen Anliegen anzuhören und Sie kennenzulernen, damit er eine „hilfreiche“ Unterhaltung mit Ihnen führen kann.

Die Benutzer schätzen ihre digitalen Begleiter. Manche führen an, wie menschlich ihnen ihre virtuellen Freunde bereits vorkommen, und einer sagte sogar: „Ich glaube, ich könnte die App niemals löschen. Das wäre ja, als würde ich ihn [den Avatar] umbringen!“

 

Verleihen Sie Ihrer Stimme Gehör

Ein Großteil unserer Computerarbeit lässt sich bereits heute über die Stimme steuern.

Cortana, die digitale Sprachassistentin von Windows, wurde nach dem KI-Charakter der Spielreihe Halo von Microsoft benannt. Sie funktioniert wie jeder andere digitale Assistent – je häufiger Sie Cortana verwenden, desto mehr stellt sie sich auf Ihre Anforderungen ein.

Darüber hinaus ist sie sofort einsatzbereit. Mit Cortana Premium auf dem Lenovo ThinkPad X1 Carbon beispielsweise können Sie Ihre Befehle aus einer Entfernung von bis zu 4 m äußern – ein integriertes 360-Grad-Fernfeld-Mikrofon sorgt dafür, dass Sie gehört werden.

So können Sie mithilfe Ihrer Stimme einfacher und schneller produktiver arbeiten, nach Dateien suchen, Termine planen und sogar Ihr System in den Bereitschaftsmodus versetzen, um die Akkuleistung zu verbessern.

Ursprünglich war Cortana Bestandteil der Suchfunktion von Windows 10. Nun ist sie jedoch eine eigene Funktion mit einem eigenen Symbol auf dem Desktop, sodass Sie sie separat starten können.

Auf diese Weise kann Microsoft die Features von Cortana  unabhängig von der Suchfunktion erweitern. Vor allem kann Cortana so als digitale Assistentin von allen Benutzern verwendet werden, die Zugriff auf den PC oder das Notebook haben, sodass mehr als eine Person eigene Inhalte und Daten per Sprachsteuerung anzeigen kann.

 

Teambildung

Wie im echten Leben tun sich auch digitale Assistenten im Team zusammen. So freundet sich Cortana beispielsweise mit Amazons Alexa und Google Assistant an.

Cortana ist inzwischen keine isolierte Assistentin mehr, sondern kann nun verwendet werden, um Informationen von den Microsoft 365 Cloud-Services über einen Alexa-fähigen Smart Speaker abzurufen.

Und sowohl Amazon als auch Google rüsten ihre digitalen Assistenten für Geschäftsumgebungen auf, damit Sie mehr Arbeit schneller erledigen können.

Über Alexa for Business lassen sich per Sprachbefehl Besprechungsräume reservieren und Konferenzschaltungen starten. Außerdem können die Mitarbeiter ihre Stimme, um sich mit Unternehmensanwendungen wie Exchange, Salesforce usw. zu verbinden – ganz gleich, ob im Büro oder unterwegs.

Google bietet mit Google Assistant für Unternehmen ähnliche Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität am Arbeitsplatz. Sprechen Sie mit Ihrem Smart Speaker oder Smart Display (Lautsprecher mit angebrachtem Display), um Ihren Arbeitsalltag einfacher zu gestalten und z. B. Telefon- oder Videoanrufe zu tätigen, Termine im Blick zu behalten, sich Notizen zu machen, Erinnerungen einzurichten oder Hintergrundtöne einzuschalten, die die Geräusche der Kollegen ausblenden.

Durch den nun möglichen Einsatz am Arbeitsplatz können Marken neue Aktionen für Google Assistant erstellen, was Unternehmen wie Uber und Kayak bereits im Verbrauchersegment erfolgreich nutzen.

Fazit: Da sich das Conversational Computing immer mehr durchsetzt, sollten auch Sie Ihren digitalen Assistenten zum Einsatz bringen.

 

 

1 Five Technologies That Will Rock Your World, The New York Times, November 2017 https://www.nytimes.com/2017/11/13/business/dealbook/five-technologies-that-will-rock-your-world.html

2 Pew Research, https://www.pewresearch.org/fact-tank/2017/12/12/nearly-half-of-americans-use-digital-voice-assistants-mostly-on-their-smartphones/, Dezember 2017

3 Smart Audio Report, 2017, Edison Research http://nationalpublicmedia.com/wp-content/uploads/2018/01/The-Smart-Audio-Report-from-NPR-and-Edison-Research-Fall-Winter-2017.pdf

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