Netzwerkausfälle: Wie es dazu kommt und wie sie verhindert werden

Phil Muncaster

26/07/2017

Das WAN eines Unternehmens ist zugleich dessen Herzstück. Es ist eins der wichtigen Bindeglieder in Ihrer IKT-Umgebung, die alles am Laufen halten. Da die Systeme jedoch immer komplexer, die Ausrüstungen immer älter und die IT-Teams immer mehr gefordert werden, kommt es leider auch immer häufiger zu Ausfällen. Was verursacht also diese Ausfälle und was können IT-Manager tun, um dieses Risiko so weit wie möglich einzuschränken?

Ausfallzeiten: Allein dieser Begriff lässt das Herz eines jeden IT-Managers zusammenzucken. Netzwerkunterbrechungen sind die häufigste Ursache von IKT-Ausfällen. Halten Sie sich das einmal vor Augen: All Ihre Apps, Server und anderen Geräte funktionieren einwandfrei, ohne ein Netzwerk für deren Kommunikation sind die Systeme jedoch stark beeinträchtigt.

Nach einigen Schätzungen kam im Jahr 2016 in 89 Prozent aller Unternehmen mindestens ein ungeplanter Ausfall vor, während 69 Prozent von zwei oder mehr Ausfällen betroffen waren.

Erhebliche Kosten

Zu den unmittelbaren Kosten eines Netzwerkausfalls gehören Einbußen in der Produktivität der Mitarbeiter sowie mögliche Geldstrafen und Aufwendungen für entsprechende Überprüfungen der IT. Auch der Umsatz ist direkt betroffen, wenn der Ruf des Unternehmens stark geschädigt wird, was sich etwa durch Kundenschwund oder fallende Aktienkurse bemerkbar macht.

Ein kürzlich aufgetretener IKT-Vorfall bei British Airways verdeutlicht die mitunter katastrophalen Auswirkungen eines schlichten Netzwerkausfalls. Es war vermutlich ein Stromstoß in einem Rechenzentrum in Großbritannien, der die Server beschädigt und zu einer fatalen Kettenreaktion geführt hat, durch die der Check-In und weitere Betriebsanlagen stillgelegt wurden. Flugzeuge blieben am Boden und Zehntausende Passagiere saßen tagelang am Flughafen fest. Dies wird die Fluggesellschaft etwa 90 Millionen Euro entgangene Einnahmen, Schadenersatzforderungen und weitere Ausgaben gekostet haben.

Wenngleich jeder Vorfall andere Auswirkungen hat, belaufen sich die Kosten für Ausfallzeiten nach Schätzungen von IHS in nordamerikanischen Unternehmen auf etwa 1 Million Euro pro Jahr im mittelständischen Bereich und auf mehr als 50 Millionen Euro in großen Unternehmen. Laut Daten von IDC kosten ungeplante Ausfallzeiten von Apps – die möglicherweise durch Netzwerkausfälle verursacht werden – Fortune 1000-Firmen jedes Jahr bis zu 2,2 Milliarden Euro. Blue Wireless-Gründer Ivan Landen schätzt unterdessen, dass sich die Kosten für Netzwerkausfallzeiten „zwischen 440 € pro Stunde für ein paar untätige Mitarbeiter und 880.000 € pro Stunde bewegen, wenn der Logistikbereich, die Kundenabwicklung und Ähnliches betroffen sind.“

Hauptursachen für Netzwerkausfälle

Was sind nun die wichtigsten Ursachen eines typischen Netzwerkausfalls? Sie können grob in die drei folgenden Kategorien unterteilt werden:

1. Menschliches Versagen: Laut Gerüchten hat dies beim BA-Ausfall eine Rolle gespielt. Netzwerke sind komplexe Systeme, in denen beispielsweise durch eine Vielzahl an manuellen Vorgängen Konfigurationsfehler auftreten können.

2. Stromausfälle: Berichten zufolge ist dies ein Hauptverursacher der Probleme bei BA, der sowohl auf Umwelteinflüsse wie Blitzeinschläge als auch auf Störungen in Lüftern, Kondensatoren, Steuerungs- und Versorgungseinheiten zurückgeführt werden kann.

3. Sicherheit: Sicherheitslücken in Software und Firmware können Netzwerkausfälle verursachen, insbesondere im Fall einer steigenden Anzahl von DDoS-Angriffen, welche darauf ausgerichtet sind, die Leitungen zu überlasten und ganze Unternehmen lahmzulegen.

4. Hardware: Vermutlich der Hauptverursacher von Netzwerkproblemen, der die Lage mit zunehmendem Alter nicht verbessert.

5. Verbindungsfehler: Eine fest installierte Infrastruktur ist physischen Schäden ausgesetzt, welche zu Ausfällen und Engpässen führen können.

So wird das Risiko eines Netzwerkausfalls minimiert

Da nun die Hauptursachen von Netzwerkausfällen bekannt sind, sehen wir uns jetzt an, wie IT-Manager dieses Risiko minimieren, um wichtige Systeme am Laufen zu halten. Folgende Investitionen sollten unbedingt in Erwägung gezogen werden:

  • DDos-Abwehrdienst.
  • Netzwerkausfallsicherung mit Drahtloskomponenten (3/4G) für den Fall, dass die fest installierte Infrastruktur zusammenbricht.
  • Netzwerküberwachung zur frühzeitigen Fehlererkennung.
  • Kontrollen jeglicher Änderungen am Netzwerk.
  • Umstellung auf einen softwaredefinierten Netzwerkbetrieb (SDN) zur Vereinfachung der Netzwerkverwaltung und zur Minimierung manueller Fehler.

Letztendlich ist die richtige Strategie von der Organisation, vom Budget und von den Ressourcen Ihres Unternehmens abhängig. Angesichts der steigenden Anzahl von Imageschäden und finanziellen Einbußen aufgrund von Ausfällen sollten IT-Führungskräfte diesen Herausforderungen entgegentreten, bevor die Probleme ausufern können.

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