Der Einfluss der Gig-Wirtschaft auf die Technologie am Arbeitsplatz

Lucy George

12/07/2017

Laut einer Studie von 2016 arbeiten 35 Prozent der gesamten US-Arbeitskräfte freiberuflich. Eine weitere Studie sagt aus, dass bis zum Jahr 2020 jeder Zweite in den USA und in Großbritannien freiberuflich tätig sein wird. Wie wird sich die Technologie am Arbeitsplatz weiterentwickeln?

Unabhängig davon, ob Sie die Gig-Wirtschaft als ein neues Zeitalter oder nur als die Fortentwicklung langfristiger Arbeitspraktiken ansehen, eines ist sicher: Dieser Trend wird bleiben. Das komplizierte Für und Wieder wurde bereits umfassend von Unternehmen, Arbeitnehmern und Politikern besprochen. 2015 fasste Hilary Clinton es folgendermaßen zusammen: „Diese auf Abruf bereitgestellte oder sogenannte Gig-Wirtschaft schafft spannende Perspektiven und setzt Innovationen frei. Allerdings wirft sie auch Fragen bezüglich der Arbeitssicherheit auf und eröffnet die Diskussion, wie ein guter Arbeitsplatz in der Zukunft auszusehen hat.“

In den USA und der Europäischen Union arbeiten bereits bis zu 162 Millionen Menschen freiberuflich. Dieser Wandel beruht einerseits auf Unternehmen, die ihre Effizienz und Flexibilität steigern wollen, und andererseits auf Mitarbeitern, die nach mehr Autonomie streben. Die Technologie spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Sie beschleunigt die Veränderungen, die bei den Interaktionen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auftreten. In dem Maße, in dem sich die Gig-Wirtschaft ausbreiten und weitere Herausforderungen und Chancen hervorrufen wird, wird auch die Nachfrage nach intelligenten Geräten, mobiler Computernutzung und neuen Vernetzungstechnologien steigen.

Die Evolution der Cloud

Die Gig-Wirtschaft umfasst ein immer breiteres Spektrum an Bereichen und Kompetenzen, angefangen mit Unternehmensneugründungen, die über Apps Kuriere auf Abruf bereitstellen, bis hin zu Fortune-500-Unternehmen, die digitale Rekrutierungsplattformen einsetzen, um Spezialisten für einmalige Projekte zu finden. Die Association of Independent Professionals in Großbritannien sagt voraus, dass sich der Umsatz aus der Gig-Wirtschaft bis 2025 auf 9 Milliarden GBP belaufen wird.

Kostengünstiges Cloud Computing mit hoher Bandbreite und kontinuierliche Innovationen auf dem Gebiet der Webanwendungen sind für diese Entwicklungen ausschlaggebend. Durch sie wird die auftragsbasierte Arbeit für mehr Unternehmen und mögliche Freiberufler umsetzbar.

Cloud-Dienste, einschließlich e-Commerce, Analysen, UCaaS (Unified Communications as a Service) und mehr, werden sich weiter ausbreiten. Der Trend zu mehreren Cloud-Anbietern wird sich voraussichtlich fortsetzen. Cloudbasierte Arbeitsplätze werden eine immer wichtigere Rolle spielen und anhand von sicherem mobilen Zugriff auf Daten und Anwendungen die Online-Zusammenarbeit ermöglichen. Neue Apps zur Datenanalyse werden Arbeitgebern zu neuen Erkenntnissen verhelfen, wie die verschiedenen Arbeitsweisen die Leistung beeinflussen.

Der Zurich Risiko Radar für KMUs fand heraus, dass 26 Prozent der KMUs in Großbritannien bereits mit Arbeitskräften auf Auftragsbasis zusammenarbeiten. Auch wenn sie sich der Risiken bewusst sind, sind 38 Prozent davon überzeugt, dass die Gig-Wirtschaft ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Kapazitäten besser zu verwalten. Kostengünstigere Technologie – einschließlich preiswerterem Cloud Computing – sowie nutzungsbasierte Arbeitsplätze werden kleineren Unternehmen die Markteinführung sowie die Verwaltung des Cashflows erleichtern. Ein Netzwerk an Freiberuflern, die online vermittelt und verwaltet werden, wird sich positiv auf die Senkung der festen Personalkosten auswirken, jedoch wird die Diskussion über die Einstufung der Arbeitskräfte sowie deren Schutz andauern.

Die Zukunft des Arbeitsplatzes

Die traditionelle Arbeitsumgebung, mit ihren festen Arbeitsplätzen und Telefonapparaten, wird nicht länger die Norm sein. Stattdessen werden mobile Geräte, einschließlich Smartphones, Tablets, Convertibles und leichte Notebooks, Mitarbeiter über mehrere Standorte hinweg – im Büro, zu Hause, im Café oder anderen Coworking-Zentren – miteinander verbinden.

Es wird sicherlich auch noch Büros geben, aber sie werden sich den veränderten Arbeitsstilen anpassen müssen. Besprechungsbereiche werden beispielsweise temporären Teams zur Verfügung stehen, die sich aus Leiharbeitern, Mitarbeitern mit flexiblen Arbeitszeiten und Teilnehmern aus dem Ausland zusammensetzen. Robuste Technologien, besonders schnelle, sichere Konnektivität für eine Vielzahl von Geräten und eine wachsende Anzahl an Plattformen für die Zusammenarbeit, werden eine zentrale Rolle spielen.

Bald schon werden auch die virtuelle Realität (VR) und die erweiterte Realität (AR) dazugehören, da beide Technologien für die Verwendung im Unternehmen wie geschaffen sind. Während Besprechungen könnten VR-Headsets Kollegen oder Kunden zusätzliche Informationen bereitstellen und den Arbeitskräften die Möglichkeit bieten, Hologramme von sich selbst zur Kommunikation einzusetzen.

Über das Büro hinaus

In dem Maße, in dem die Auswahl der Orte, die als Arbeitsplatz dienen, immer größer wird, wird sich die Kluft zwischen den Unternehmens- und Verbrauchertechnologien wahrscheinlich verringern. Neben VR werden auch Innovationen in den Bereichen Unterhaltung, Gesundheit und Lifestyle die Arbeitswelt bereichern.

Das Internet der Dinge wird hierbei potenziell eine wichtige Rolle spielen – intelligente Geräte könnten die Business Intelligence und Kommunikation mithilfe mobiler Mitarbeiter unterstützen. Tragbare Geräte helfen Mitarbeitern bereits, Produktivität und Wohlergehen zu beurteilen, aber so langsam erscheinen auch geschäftsspezifische Produkte auf dem Markt. Zu den Einsatzmöglichkeiten gehören Wearables, die Kunden den Zugang zu auf Abruf verfügbare Dienste ermöglichen. Uber stellte vor Kurzem die Fahrtnachverfolgung durch Wearables von Garmin vor. Eine ähnliche Funktionalität könnte eines Tages anhand eines breiteren Gerätespektrums auch Gig-Mitarbeitern, Unternehmen und Personalvermittlern zugutekommen.

Laut einer Umfrage von TINYpulse begrüßen die Mitarbeiter den Trend weg von den traditionellen Büros. 91 Prozent gaben an, dass sie außerhalb des Büros eine höhere Leistung erbringen. Angehörigen der Generation Z wird nachgesagt, noch mehr Kontrolle darüber besitzen zu wollen, wann und wo sie arbeiten. Als „Digital Natives“ befinden sie sich in der idealen Lage, neue mobile Technologien schnell anzunehmen. Auch Millennials sind weniger bereit als frühere Generationen, tägliches Pendeln und starre Zeitpläne in Kauf zu nehmen. Die Technologie wird eine zentrale Rolle dabei spielen, die Gig-Wirtschaft für diese Geburtsjahrgänge und ihre Kunden zur nachhaltigen Wahl zu machen.

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