Den Generationenunterschied im IT-Team überbrücken

Think-Progress-Team

12/03/2018

Auch wenn Millennials vielleicht jetzt noch keinen großen Teil Ihres Personals ausmachen – bald wird es so weit sein. Die Alterskohorte der nach 1980 Geborenen wird 2020 weltweit 35 % aller Stellen besetzen, so eine Studie der ManpowerGroup. Und welchen Geschäftsbereich werden die Millennials am stärksten beeinflussen? Die IT.

Die treibende Kraft hinter dem kommenden Boom der 1980er-Generation ist der viel diskutierte Bedarf an digitaler Transformation. Doch je mehr die Unternehmen auf junge Talente setzen, die von Haus aus über die gefragten „Digital Skills“ verfügen, um so stärker laufen sie auch Gefahr, eine Kluft zwischen der neuen Generation und den älteren Babyboomer- und Generation X-Teammitgliedern mit ihren anderen Erfahrungshorizonten aufzureißen.

„Im Hinblick auf die für eine schnelle digitale Transformation erforderlichen neuen Fertigkeiten sind viele der jetzigen Beschäftigten der Babyboomer- oder Gen X-Jahrgänge im Rückstand und müssen umgeschult werden“, sagt Gartner-Analystin Lily Mok im Gespräch mit CIO.com. „Die Unternehmen müssen sich frisches Blut zuführen – und das kann einen Kulturschock auslösen.“

2016 berief der Lenovo Partner SAP den 31-jährigen Thomas Saueressig als bisher jüngsten Chief Information Officer überhaupt. Dies war, wie Saueressig seinerzeit erklärte, eine mutige Willenserklärung von SAP und verdeutlichte die Bereitschaft, Verantwortung an diejenigen zu übertragen, die dafür bereit sind. Er sah seine Berufung als „große Chance, die Modernisierung und Verjüngung des Unternehmens voranzutreiben, und außerdem als ermutigendes Signal an die jungen Talente, die wir zu gewinnen versuchen.“

Diese Maßnahme zeigt beispielhaft, wie man neue Talente fördern und zugleich den Kulturschock so gering wie möglich halten kann. Um Reibungen zu absorbieren und die Vorteile einer sich gegenseitig ergänzenden Zusammenarbeit aller Generationen zu nutzen, sollten Sie die folgenden goldenen Regeln beachten.

Integration ist der Schlüssel

Eine Kultur, in der die unterschiedlichen Erfahrungshorizonte, Fähigkeiten und Perspektiven der Mitarbeiter gewürdigt und bewusst eingesetzt werden, hilft allen, sich bei der Arbeit wohl zu fühlen. Denken Sie über die Zusammensetzung des Teams nach: Kann ein junges Talent vom Wissensschatz eines Babyboomers profitieren? Können sich ein unabhängig arbeitender Generation X-er und ein eher teamorientierter Millennial gegenseitig in ihren Fähigkeiten ergänzen?

Unterschiedlichkeit verstehen und akzeptieren

Erklären Sie die zugrunde liegenden Motive für die integrative Unternehmenskultur! Die Frustration, die manche beim Arbeiten in einem solchen Generationenmix empfinden mögen, wird dadurch gelindert. Ältere Mitarbeiter fürchten womöglich, bei Beförderungen von jüngeren, weniger erfahrenen Kollegen überflügelt zu werden. Und jüngere Teammitglieder, die daran gewöhnt sind, schneller zu arbeiten und aus Fehlern zu lernen, verstehen vielleicht nicht, warum ein Babyboomer verschiedene Aspekte gegeneinander abwägt, bevor er eine Entscheidung trifft. Wenn die Vorteile eines gemischten Teams sichtbar werden, lassen sich anfängliche Besorgnisse leichter überwinden.

Lernwilligkeit fördern

In der sich rasant entwickelnden Technologiebranche bleiben erworbene Kompetenzen nicht ewig nützlich. Die Fähigkeit, sich zu ändern und anzupassen, wird zunehmend wichtiger als alle Erfahrung. IT-Manager suchen daher verstärkt nach Menschen aller Generationen, die in der Lage sind, sich neue Praktiken und Methoden schnell zu eigen zu machen.

Die vielleicht wichtigste Generation ist die sogenannte Generation C – die „vernetzten Verbraucher“. Sie ist nicht durch Alter definiert. Menschen aller Generationen arbeiten und shoppen online. Eine allgemein verbindliche Fokussierung auf den Kunden statt auf Altersunterschiede mildert eventuelle Spannungen – vielleicht mehr als jeder andere hier genannte Tipp. Ein Team, das ähnlich zusammengesetzt ist wie die demographischen Gruppen, mit denen es zu tun hat, wird diese auch besser verstehen.

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