AR und VR können Beschaffung und Schulung von Mitarbeitern verbessern

Lucy George

14/08/2017

AR- und VR-Technologien werden immer mehr nachgefragt – nicht nur im Gaming-Bereich, sondern auch in der Geschäftswelt. Die Anwendungen werden zunehmend in der Beschaffung und Schulung von Mitarbeitern eingesetzt. Wie können sie genutzt werden, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, zu schulen und zu halten?

AR und VR bieten in unterschiedlichsten Branchen ein hohes Potenzial, von der Architektur bis zum Einzelhandel. Allein der Umsatz im Segment VR-Hardware wird bis 2018 voraussichtlich bei 7 Milliarden Euro liegen.

Diese neuen Technologien ermöglichen Kunden oder Mitarbeitern „unmittelbare“ Erfahrungen, die andernfalls kaum vorstellbar wären. AR ergänzt reale Situationen mit digitalen Bildern und Informationen, wohingegen VR die Benutzer in eine simulierte Umgebung eintauchen lässt.

Diese Erfahrungen können einen großen Unterschied in der Vermittlung von Inhalten machen, wie Dean Johnson, Head of Innovation von der Creative-Agentur Bandwidth erläutert: „Wir können uns bis zu 80 Prozent mehr Dinge merken, wenn wir sie unmittelbar erlebt haben.“

AR und VR können sich dadurch positiv auf die Mitarbeiterbeschaffung auswirken, dass potenzielle neue Mitarbeiter dynamische und präzise Einblicke in die Unternehmenskultur und die Tätigkeitsbereiche erhalten. Im Rahmen von Schulungen eingesetzt, können Präsentationen überzeugender und Sicherheitskonzepte effizienter vermittelt werden.

AR und VR bieten Unternehmen mit mehreren weltweiten Standorten zudem die Möglichkeit, einheitliche Onboarding-Programme bereitzustellen. Die U.S. Army, Automobilfirmen und Lebensmittelhersteller setzen diese Technologien bereits ein.

Verbesserter Einstellungsprozess

VR kann eingesetzt werden, um mehr Kandidaten zu erreichen, um die Kommunikation zu verbessern und um den Auswahlprozess zu präzisieren. Hier eine unvollständige Liste der Einsatzmöglichkeiten:

Mitarbeiterbeschaffung auf Firmenkontaktmessen: Der Logistikkonzern Deutsche Bahn setzt auf seinen Kontaktmessen VR-Kopfhörer ein. Der Anbieter erklärt, dass VR für ein größeres Interesse bei Arbeitssuchenden sowie für eine bessere Anwendungsqualität steht.

Einblicke in Tätigkeitsbereiche: Deutsche Bahn nutzt zudem VR-Videos, um potenziellen Mitarbeitern tiefe Einblicke in die verfügbaren Rollen zu geben.

– Einstellungstests: Lloyds Banking Group verwendet VR-Kopfhörer, um Hochschulabsolventen Problemlösungsaufgaben in einer virtuellen Welt mit 360 Grad-Ansichten zu präsentieren.

Einstellungsgespräche per Video: Personalvermittler können in Bewerbungsgesprächen mit Kandidaten an weit entfernten Standorten VR-Kopfhörer einsetzen, um persönliche Gespräche zu simulieren. Die Chancen auf ein gutes Verhältnis steigen, da den Gesprächspartnern auf beiden Seiten Körpersprache und andere nonverbale Hinweise zur Verfügung stehen.

Betriebsführungen: Ganz gleich ob es sich um ein Büro, eine Fabrik oder eine Bohrinsel handelt: Im Rahmen einer virtuellen Führung wird der Arbeitsplatz wie im echten Leben präsentiert.

Unterstützung in Weiterbildung und Entwicklung

Sobald ein Kandidat eine Stelle angenommen hat, können AR und VR eine Hilfestellung bei der Einarbeitung, bei der Entwicklung von Kompetenzen und beim sicheren Ausführen der jeweiligen Tätigkeit bieten. Dies kann zu mehr Loyalität und Personalbindung führen. Mitarbeiter, die während der Einweisung und in regelmäßigen Fortbildungen aktive Rollen übernehmen, werden sich besser unterstützt fühlen dem Unternehmen länger treu bleiben.

AR-Geräte ermöglichen in realistischen Trainingsszenarien visuelle und akustische Anweisungen, wenn etwa ein a Mechaniker eine realistische Fahrzeugreparatur durchführt und dabei eine Datenbrille trägt.

Virtuelle Schulungen sind ein wesentlicher Bestandteil in der Ausbildung von Piloten. NASA-Astronauten machen virtuelle Weltraumspaziergänge und die britische Armee stattet ihre Rekruten mit Oculus Rift-Kopfhörern aus, die virtuelle Übungsaufgaben ermöglichen.

Mit Robotern als Kollegen am Arbeitsplatz und dem großen Geschäftspotenzial virtueller Assistenten stehen uns grundlegende Veränderungen bevor. AR und VR sind für Personalvermittler, die Digital Natives anwerben, welche einen stark technologieorientierten Ansatz erwarten, von besonderer Bedeutung.

In der Technologiebranche steigt unterdessen die Nachfrage nach VR-Experten. Im Jahr 2014, gab es bei der Stellenbörse Indeed unter einer Million Anzeigen zwei VR-Jobs. Im Jahr 2016 war die Anzahl um 800 % auf 18 VR-Jobs pro Million Anzeigen angestiegen. Mark Zuckerberg hat vor, in den nächsten zehn Jahren 3 Milliarden Dollar in VR für Facebook zu investieren: Diese Technologie kann unsere Arbeitsweisen von Grund auf verändern.

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