AR-Hologramme halten Einzug am künftigen Büroarbeitsplatz

Think-Progress-Team

18/12/2017

Gestengesteuerte holografische Benutzeroberflächen kannten wir bisher nur aus Science-Fiction-Filmen wie Minority Report, doch jetzt könnte diese Fantasie bald Realität werden.

Das von Neurowissenschaftlern der Columbia University gegründete Start-up-Unternehmen Meta hat eine auf Augmented Reality (AR) basierende Oberfläche entwickelt, die als Hologramm auf den Arbeitsbereich projiziert wird und somit einen Desktop- oder Laptop-Computer überflüssig macht.

Benutzer setzen sich einfach ein AR-Brillen-Headset auf und sehen überlagernde holografische Bilder über ihrer Arbeitsumgebung, die überall sein kann – im Büro, im Park oder am Strand. Es wirkt fast so, als säßen Sie in Ihrem Computer und blickten hinaus. Ein Sensor im Gerät scannt Ihre Hand und passt das dargestellte Bild entsprechend Ihren Bewegungen und Berührungen an, sodass Sie die Projektion vor Ihnen selbst beeinflussen können.

Die Zukunft hat schon begonnen

Mitarbeiter von Meta testen die Technologie schon in der Praxis. Ein wichtiger Bereich für den praktischen Einsatz ist das gemeinsame Arbeiten an 3D-Modellen wie Architektur- oder Konstruktionsprototypen, wobei jeder Beteiligte die einzelnen Modellkomponenten visualisieren, anfassen und untersuchen kann. Naheliegende Verwendungszwecke sind, z. B. auch das Verschieben von Zahlen in einem Tabellenblatt oder das Wechseln der Folien in einer PowerPoint-Präsentation.

Anschließend können die Anwendungen zur Seite gelegt werden – ganz ähnlich wie auf einem realen Schreibtisch, aber ohne die Gebundenheit an diesen Ort.

Die Möglichkeit, mit mehreren Bildschirmen für verschiedene Aufgaben zu arbeiten und sich so jeweils auf die aktuelle Aufgabe fokussieren zu können, kann auch einen Produktivitätsschub auslösen, da die Mitarbeiter die von ihnen bearbeiteten Themenbereiche physisch voneinander trennen können. Dies dürfte insbesondere von all denen begrüßt werden, die sich über ständige Störungen und Ablenkungen durch Nachrichten oder soziale Medien ärgern.

Bessere Zusammenarbeit

Die Vision von Meta ist die Schaffung einer der Zusammenarbeit förderlichen Umgebung, die Mitarbeiter davon befreit, in gekrümmter Haltung hinter der physischen Barriere ihrer Computer und Schreibtische sitzen zu müssen.

In einem TED-Talk sagte Meta-CEO Meron Gribetz, er wünsche sich, dass Computer letztendlich durch Hologramme ersetzt würden, da die aktuelle Technologie die Menschen voneinander separiere.

„Ob Sie eine E-Mail an Ihre Frau senden oder eine Symphonie komponieren – Sie tun es auf ziemlich ähnliche Weise: Sie hantieren in Rechtecken mit weiteren Schaltflächen und Rechtecken“, sagte er.

Nach Gribetz’ Ansicht wird der Computer zukünftig nicht mehr von Bildschirmen abhängig sein. In den nächsten fünf Jahren, sagt er voraus, werden AR-Brillen wie Bänder aus Glas vor unseren Augen aussehen. Der Computer werde zu einer Erweiterung des menschlichen Körpers.

Das Unternehmen sammelte letztes Jahr von Investoren wie Lenovo 50 Mio. US-Dollar (42 Mio. EUR) ein und hat große Ambitionen für sein künftiges Wachstum. Das Headset ist für Entwickler bereits zum Preis von 949 US-Dollar (846 EUR) erhältlich und Meta hofft, bis Ende des Jahres 10.000 Exemplare verkauft zu haben.

Im Zuge der Weiterentwicklung und zunehmenden Verfügbarkeit von AR erkennen die Unternehmen zunehmend dessen Potenzial, die Arbeitsumgebung zu revolutionieren. IT-Manager Mark Miller stimmt zu: „Ich bin mir sicher, dass sich AR und VR innerhalb der nächsten 10 Jahre rasch von einem netten Spielzeug zum unverzichtbaren Arbeitsmittel für Unternehmen entwickeln werden.“

Demzufolge werden wir unsere Computer wohl bald so steuern wie Tom Cruise als PreCrime-Chef John Anderton in „Minority Report”. Würde das Beantworten von E-Mails dann nicht viel mehr Spaß machen?

 

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