Activity Based Working – vom Büro zum aktivitätsbezogenen Arbeitsplatz

Matt Meakins

15/06/2016

Aktivitätsbezogene Arbeitsplätze gelten heute als entscheidend zur Förderung der Produktivität und Kreativität, durch die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erzielen.

Viele Manager wissen, dass Arbeitskräfte in einem von Interaktion und Kommunikation mit Kollegen geprägten Umfeld bessere Leistungen erbringen, proaktiv sind und Ideen austauschen. Microsoft versteht dieses Konzept besser als die meisten Firmen, denn es hat unternehmensweit auf das Konzept des Activity Based Working (ABW) umgestellt.

Jahrelang war es eines der größten Ziele von Microsoft, Kunden dabei zu helfen, besser zu kommunizieren und zu kooperieren. Allerdings folgten diesen Worten bei Microsoft selbst keine Taten, wie Steven Miller, Business Group Director der Microsoft Office Division, eingesteht.

„Unser Arbeitsumfeld war sehr traditionell – jeder hatte seinen eigenen Schreibtisch und alle hielten sich die ganze Zeit über in ihrem Bereich auf. Es gab wenig Interaktion mit Personal anderer Unternehmensbereiche, und wir wollten die Zusammenarbeit verstärken.“

Microsofts Ziel war eine radikale Umwandlung des Arbeitsumfelds. Das Unternehmen wollte ein lebendiges Beispiel für die progressiven und produktiven Arbeitsplätze werden, für die Microsofts Lösungen konzipiert sind.

„Fakt ist, dass Menschen mit verschiedenen Geräten auf unterschiedliche Weise arbeiten. Wir wollten unseren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, in einer leistungsfördernden Umgebung flexibler zu sein. Das aktivitätsbezogene Arbeiten hilft uns dabei, weil es die für Großunternehmen typischen Abteilungen auflöst“, erklärt Miller.

Microsoft verknüpfte die Einführung des Activity Based Working mit der weiter greifenden ‚One Microsoft‘ Neuausrichtung der Unternehmenskultur, die sich auf das gesamte Unternehmen bezog. Darin ging es um eine flexiblere Interpretation der Unternehmenswerte.

Was möchten Sie erreichen?

Der Wandel hin zum aktivitätsbezogenen Arbeiten bei Microsoft war radikal – von ganz unten nach ganz oben. Selbst Manager, auch der Geschäftsführer, haben keine eigenen Schreibtische mehr. Stattdessen stehen dem Personal Schließfächer für ihre persönlichen Dinge zur Verfügung und im Büro können sie arbeiten, wo es ihnen beliebt.

Steven Miller weiß nie, wo genau sich seine Teammitglieder gerade aufhalten, doch an der Produktivität oder den Ergebnissen ändert das nichts.

„Wir haben die Technologie. Wir haben die Tools, mit denen Arbeitnehmer überall und auf ihre Weise effektiv arbeiten können. Für uns ist Arbeit grundsätzlich etwas, das man ausführt, und nicht ein Ort, an dem man sein muss“, bekräftigt er.

Vertrauliche Räume werden trotzdem benötigt, wie eine Fülle von Besprechungszimmern und Schreibtische für persönliche Gespräche. Als Reaktion auf entsprechendes Feedback des Personals wurden auch Ruhezonen für Arbeitnehmer eingerichtet, die sich konzentrieren müssen.

Die Vorteile der neuen ABW-Kultur von Microsoft sind sichtbar und messbar. Die jährliche Umfrage des Unternehmens für den Arbeits- und Gesundheitsindex belegt, dass sich die Ergebnisse seit der Einführung des Activity Based Working deutlich verbessert haben.

Miller meint: „Das flexible Arbeitsumfeld ist der Aspekt, den die Arbeitnehmer am meisten mögen. Sie tragen die Verantwortung für ihren Job und es ist ihre Sache, wie, wann und wo sie ihn erledigen. Der wichtigste Unterschied zu vorher ist die Selbstbestimmung, die wir ihnen ermöglichen und die sie kreativer macht.“

Vorteile für alle

Vom Wandel hin zum aktivitätsbezogenen Arbeiten haben auch die Kunden profitiert. Microsoft kann Kundenprobleme leichter lösen, weil Arbeitnehmer nun direkt beim Kunden tätig sein können anstatt weit weg in ihrem Büro.

Das Konzept des Activity Based Working soll nun auch über die räumlichen Grenzen des Unternehmens hinausschwappen. Schon jetzt gibt es bei Microsoft mit dem ‚Summer Day Out‘ einen bestimmten Arbeitstag, an dem die Mitarbeiter von irgendeinem beliebigen Ort aus arbeiten. Außerdem sind Smart Hubs an urbanen Standorten im Gespräch, in denen das Personal in einem kreativen Umfeld mit vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Branchen und mit anderen Erfahrungen arbeiten und von der Interaktion profitieren kann.

Steven Miller ist der Ansicht, dass zwischen vier Schwerpunkten Harmonie herrschen muss, damit aktivitätsbezogenes Arbeiten zum Erfolg wird. Vertrauen steht dabei an erster Stelle. Der zweite Schwerpunkt ist eine optimale Unternehmenskultur, denn Sie brauchen motiviertes Personal, das arbeiten möchte. Drittens benötigen Sie ein gut durchdachtes Konzept. Und der vierte Schwerpunkt ist wohl auch der wichtigste: Sie brauchen die richtige Technologie.

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